2017 Exkursion ins Baltikum

VOM 08. BIS 15. APRIL 2017

 

1. TAG So., 08. April 2017 ANREISE & VILNIUS

Nach Anreise mit dem Bus zum Flughafen Frankfurt geht es weiter auf unsere Reise ins Baltikum mit dem Linienflug nach Vilnius. Dort empfĂ€ngt uns unsere Reiseleiterin Ingrid, die uns die gesamte Reise ĂŒber begleitet.

Um es vorweg zu nehmen: Mit Ingrid, einer Estin, hatten wir das große Los gezogen. In jeder Beziehung ausgesprochen kompetent, fĂŒhrte sie uns durch alle drei LĂ€nder, brachte uns deren Geschichte, geographische Besonderheiten, Kultur und Eigenarten auf angenehme Art nĂ€her. Immer gut organisiert und wohldosiert.

Die Hauptstadt Litauens erkunden wir am Nachmittag wĂ€hrend eines Stadtrundganges. Unser Weg fĂŒhrt uns durch die Altstadt des 'Jerusalem des Nordens" durch schmale, mittelalterliche Gassen mit gemĂŒtlichen Hinterhöfen. Vilnius ist die Stadt der Kirchen. Ingrids Hinweis, dass man von jedem Platz in Vilnius mindestens eine Kirche sieht, können wir nur bestĂ€tigen. Unser erstes Ziel ist die Erzbischöfliche Stanislaus-Kathedrale. Sie ist das wichtigste katholische Gebetshaus des ganzen Landes. Hier werden die grĂ¶ĂŸten christlichen, nationalen und staatlichen Feierlichkeiten durchgefĂŒhrt. Die Kathedrale wurde 1801 erbaut und beherbergt in ihren Katakomben die RuhestĂ€tten der berĂŒhmtesten Persönlichkeiten des GroßfĂŒrstentums Litauen. Weiter geht es nun zur römisch katholischen Annenkirche. Über das Meisterwerk der SpĂ€tgotik gibt es keine einheitliche Auskunft zur Bauzeit und zum Baumeister. Laut einer bekannten Sage wollte der von der Anmut der Kirche verzauberte Napoleon Bonaparte sie „auf HĂ€nden nach Paris tragen". Nachdem wir uns die Bernhardinerkirche angeschaut haben, geht es weiter zum Gedimina-Turm, einer der TĂŒrme der gleichnamigen Burg. Unser Weg fĂŒhrt uns weiter wir zur UniversitĂ€t von Vilnius, der Ă€ltesten und grĂ¶ĂŸten Hochschule Litauens. Seit mittler-weile 400 Jahren wird hier die Bildungselite des Landes ausgebildet. Auf ihre Architektur, die alte Bibliothek und die Museen mit ihren Wissenschafts-, Kunst- und KulturschĂ€tzen kann die UniversitĂ€t zu Recht stolz sein. Von hier gehen wir durch das Tor der Morgenröte, das einzig erhaltene der ehemals neun Tore in Vilnius' imposanter Stadtmauer. Das nahe gelegene JĂŒdische Viertel war mehr als tausend Jahre lang ein Zentrum jĂŒdischen Lebens und Gelehrsamkeit. Noch zu Beginn des 20. Jh. waren ein Drittel der Bevölkerung Juden, vor dem Zweiten Weltkrieg lebten hier etwa 100.000 Juden. Der Legende nach war es bereits Napoleon, der 1812, nachdem er Vilnius auf seinem Russlandfeldzug erobert hatte, dieses Viertel aufsuchte und sich durch die ausgeprĂ€gte jĂŒdische Kultur an Jerusalem erinnert fĂŒhlte.

Abendessen und Übernachtung in unserem Hotel in Vilnius.

Vilius: St_Peter und Paul
Vilnius: St. Peter und Paul
Vilnius: Kirchen-Barock
Vilnius: Bernhardinerkirche
Vilnius: Kathedrale
Vilnius: Tor der Morgenröte

2. TAG So., 09. April 2017 EUROPOS PARKA und Trakai

ZunĂ€chst verlassen wir die Stadt nach Norden und fahren ca. 20 km zu dem Freiluft- und Naturpark „Europos Parka“. Er wurde 1993 vom litauischen KĂŒnstler Gintaras Karosas gegrĂŒndet. Der Weg fĂŒhrt uns stellenweise durch das Tal der Neris, die auch durch Vilnius fließt. Der weitlĂ€ufige Park inmitten von Wald beherbergt mit ca. 100 Kunstwerken von KĂŒnstlern aus 33 LĂ€ndern wohl die grĂ¶ĂŸte Ausstellung moderner Kunst in Litauen. Dann fahren wir nach ca. 30 km nach Westen zu dem StĂ€dtchen Trakai, um die imposante Burg gleichen Namens zu besichtigen. Es handelt sich eine mittelalterliche Wasserburg und eine der bekanntesten SehenswĂŒrdigkeiten in Litauen. Sie gehört zu den meistbesuchten und meistfotografierten Orten des gesamten Baltikums. Die Burganlage aus dem 14. Jh. liegt inmitten ausgedehnten Seenlandschaft (ca. 200 Seen). Alt-Trakai war im Mittelalter von 1316 bis 1323, sieben Jahre lang die Hauptstadt des GroßfĂŒrstentums Litauen. Auf der nördlichen Seite der Stadt ist ein Viertel mit HolzhĂ€usern erhalten geblieben. Es ist eines der wichtigsten historischen Elemente von Trakai. Die KarĂ€erstraße ist die Fortsetzung der Vytautas-Straße, die die christliche mit der sogenannten „Kleinen Stadt“ verbindet. Die Kleine Stadt wurde von Tataren und KarĂ€ern besiedelt. Als eine ethnographische SehenswĂŒrdigkeit steht das Viertel der einstöckigen HolzhĂ€user unter dem Schutz des Staates. Die HĂ€user stehen mit dem Giebel der Straße zugewandt und weisen drei Fenster auf: ein Fenster ist Gott, das zweite Vytautas, das dritte einem selbst gewidmet.

Abendessen und Übernachtung in unserem Hotel in Vilnius

Die Reisegruppe
Europos Parkas
Skulptur in Europarkas
Skulptur in Europarkas
Burg Trakai
Burg Trakai Innenhof

3. TAG Mo., 10. April 2017 Klaipeda (Memel)

Unser Tag beginnt mit einem Vortrag im Nationalen Besucherzentrum fĂŒr Schutzgebiete. Bei der "Reise durch den Lebenskreis" inmitten von GrĂŒnflĂ€chen, Vögeln, GrashĂŒpfern und schwebenden Wolken bekommt man schnell den Eindruck, mitten in der Natur zu sein und wird beim Anfassen, Zuhören und SpĂŒren selbst aktiv. Unser Tagesziel liegt ca. 320 km nordwestlich von uns, an der Ostsee, genauer gesagt an der MĂŒndung der Dange ins Kurische Haff. Es ist die Industrie- und Hafenstadt Klaipeda (Memel), wo wir unser Hotel fĂŒr Abendessen und Übernachtung erreichen. Da noch ausreichend Zeit zur VerfĂŒgung steht, besichtigen wir vor dem Abendessen die Altstadt. Bis 1920 war Klaipeda (Memel) die nördlichste Stadt Deutschlands. In der Altstadt Klaipėda sind zahlreiche restaurierte FachwerkhĂ€user aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Simon-Dach-Brunnen mit einer Figur des aus dem Volkslied bekannten Ännchen von Tharau auf dem Theaterplatz in der Altstadt. Alfred KĂŒhne hat dieses Denkmal 1912 mit Hilfe von Spendengeldern der Einwohner von Klaipeda geschaffen - zum Andenken an den in Memel gebore-nen Dichter Simon Dach (1605 - 1659j. Da das Original direkt nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch abhandengekommen war, hat man eine Nachbildung anfertigen lassen. In Klaipėda befindet sich der mit Abstand wichtigste Seehafen Litauens. Dieser ist meist das ganze Jahr ĂŒber eisfrei und spielt eine wichtige Rolle in der Verschiffung russischen Erdöls. Von hier aus bestehen außerdem FĂ€hrverbindungen (Personen- und Wirtschaftverkehr) nach Deutschland (Kiel), DĂ€nemark und Schweden (Karlshamn).

Klaipeda: Flusshafen
Klaipeda: KaufmannshÀuser
Klaipeda: Ännchen von Tharau
Klaipeda: Kunst i.ö.Raum
Klaipeda: Der Bogen
Kleipeda: Der Hafen

4. TAG Di., 11 . April 2017 KURISCHE NEHRUNG

Klaipeda liegt auf dem Festland am nördlichen Ausgang des Haffs in die Ostsee. Mit der FĂ€hre durchqueren wir daher zunĂ€chst das Haff und fahren danach auf dem schmalen Landstreifen der Kurischen Nehrung nach SĂŒden in Richtung Nida. Dieser Landstreifen der gehört zur HĂ€lfte Litauen und zur HĂ€lfte Russland. Unterwegs besichtigen wir den Hexenberg in Juodkrante. Auf dieser 40 m hohen mit uralten Kiefern bewachsenen DĂŒne versammelten sich die Litauer einst zum Feiern der Mittsommernacht. Legenden nach sollen hier auch Hexen und Teufel ihre Feste gefeiert haben. Um diesen Legenden Leben einzuhauchen, wurden von dem kleinen Ort KĂŒnstler eingeladen, die seit 1979 eine große Anzahl von Holzskulpturen zu den dazugehörigen litauischen MĂ€rchen aufgestellt geschaffen und aufgestellt haben. Nach unserem Besuch auf der zweitgrĂ¶ĂŸten DĂŒne Europas, die „Große DĂŒne“, mit einem weiten Blick ĂŒber die Ostsee nach Westen und das Haff nach Osten geht es weiter nach Nida. Beim Stadtrundgang lernen wir die grĂ¶ĂŸte Ortschaft auf der Halbinsel kennen. Sie war bis zur GrĂŒnderzeit ein vertrĂ€umtes Fischerdörfchen bis es von KĂŒnstlern entdeckt wurde. Einige, wie zum Beispiel Max Pechstein oder Ernst-ÂŹLudwig Kirchner, wohnten bei „KĂŒnstlervater" Herrmann Blode. Das Hotel und Gasthaus gibt es bis heute. Es heißt jetzt "Nidos Smilte". Nida besticht durch seine wundervolle Lage direkt am Haff, die wunderschönen bunten HolzhĂ€user und die vielen Freizeitmöglichkeiten. Auch Thomas Mann war seinem Reiz verfallen. 1929 kam er nach Nida (Nidden). In dieser „Sahara des Nordens" ließ er sich sein Sommerhaus bauen. Der Schriftsteller wurde zum Symbol des schwierigen VerhĂ€ltnisses zwischen den Deut-schen und den Litauern im Memelland. Sein Sommerhaus, das Thomas-Mann-Haus, wurde vor dem Verfall gerettet, restauriert und dort begeben wir uns dann auf die Spuren des berĂŒhmten Literatur-Nobelpreis-TrĂ€gers. In Nida besuchen wir auch die Bernsteingalerie. GegrĂŒndet 1993, beherbergt das kleine Museum neben der Geschichte des Baltischen Bernsteins zahlreiche SchmuckstĂŒcke. Darunter ist es stolzer Besitzer des 3,82 kg schweren Bernsteins, der damit der schwerste des Landes ist. Bei einem Workshop in der Museumswerkstatt lernen wir selbst, wie man die Steine kunstvoll bearbeitet.

Kurische Nehrung: Große DĂŒne
Nidda: Thomas Manns Haus
Nidda: Bersteinschleifen
Kurische Nehrung: Hexenberg
Kurische Nehrung: Hexenberg
Kurische Nehrung: Hexenberg

5 TAG Mi , 12. April 2017 Palanga, Mosedis, Riga

Palanga ist ein Seebad in der sĂŒdkurischen Landschaft Megowe in Litauen an der Ostsee rund 20 km nördlich Klaipėdas. Es gehört neben Neringa zu den Zentren des litauischen Fremdenverkehrs – mit Hotels, CampingplĂ€tzen und einer langen Strandpromenade mit SeebrĂŒcke. In dem im Jahre 1897 nach Entwurf des Berliner Architekten Franz Schwechten im neoklassizistischen Stil erbauten, ehemaligen Palais des Grafen Feliks Tyszkiewicz ist seit 1963 das weltbekannte Bernsteinmuseum untergebracht. Mit inzwischen ĂŒber 29.000 Exponaten ist es das grĂ¶ĂŸte seiner Art weltweit. Das Palais ist umgeben von dem heutigen „Botanischen Garten“, einem ab 1897 von dem französischen GĂ€rtner Édouard François AndrĂ© und seinem Sohn gestalteten Park. Weiter geht es ca. 50 km in nordwestlicher Richtung nach Mosedis, ein kleines StĂ€dtchen, das vor allem fĂŒr seine Steine bekannt ist. Den Dorfarzt Dr. Vaclovas Intas, der seit 1957 die einzigartige Sammlung von Steinen und Findlingen aufbaute, faszinierte die Vielfalt der Formen, GrĂ¶ĂŸe und Farbe der Steine. Was als kleiner Steingarten vor dem eigenen Haus begann, ist heute eine große Parkanlage im Zentrum des dadurch landesweit bekannt gewordenen Ortes. In diesem Steinmuseum bestaunen wir die bis zu mehrere Tonnen schweren Exemplare.

Nach ca. 230 km erreichen wir Riga und unser Hotel fĂŒr Abendessen und Übernachtung.

Schloss Palanga
Schloss Palanga
Bersteinmuseum
Mosedis: Geologisches Museum
Mosedis: Geologisches Museum
Sandsteinhöhlen bei Sigulda

6. TAG Do., 13. April 2017 RIGA & SIGULDA

Bei einer Stadtbesichtigung entdecken wir heute die schöne lettische Hauptstadt: Sie gilt seit jeher als Freilichtmuseum der Architektur und wird hĂ€ufig als die „Hauptstadt des Baltikums" oder als „Paris des Ostens" bezeichnet. Mit ca. 700.000 Einwohnern heute die grĂ¶ĂŸte Stadt des Baltikums, wurde die Hansestadt von Bremer Kaufleuten gegrĂŒndet. FĂŒr deutsche Ritter war das befestigte Bollwerk der Ausgangspunkt fĂŒr die Eroberung des Baltikums. Baustile verschiedener Zeiten bestimmen das Stadtbild, hier finden wir mittelalterliche Hansespeicher ebenso wie den sozialistischen Betonklotz. Besonders der Jugendstil hatte es den Einwohnern von Riga angetan. Um die Jahrhundertwende wurden ganze Stadt-viertel in diesem Baustil erbaut. Durch die verschiedenen fremden EinflĂŒsse entstand eine Mischkultur aus lettischen, deutschen, russischen und polnischen Elementen. Unsere erste Besichtigung gilt diesem Jugendstilviertel um die Alberta iela, vorbei an einzigartigen Fassaden voller Reliefs und Ornamenten, die selbst Wien oder BrĂŒssel nicht bieten können. Nach der Besichtigung des Rigaer Schlosses geht es vorbei an der St. Petrikirche zu einem Besuch des Doms. Vom Pulverturm geht es weiter zum Schwedentor aus dem Jahre 1698. Es ist als einziges der einst 25 Tore der Stadtmauer erhalten geblieben. Außerdem sehen wir die prunkvollen Gilden - die große und die kleine Gilde. Beide sind große GebĂ€ude mit SĂ€len fĂŒr kulturelle Veranstaltungen und Konferenzen. Die Kleine Gilde, auch Sankt-Johannes-Gilde genannt, war eine Vereinigung der Rigaer HandwerkszĂŒnfte, die von 1352 bis 1936 bestand. Direkt gegenĂŒber befindet sich die Große Gilde, auch unter dem Namen Sankt-Marien-Gilde bekannt. Sie ist eines der Ă€ltesten öffentlichen GebĂ€ude des Baltikums, denn ihre AnfĂ€nge sind im 14. Jh. zu finden. Dann besuchen wir das Naturkundemuseum, dessen Geschichte auf das Jahr 1845 zurĂŒckgeht. Es ist die grĂ¶ĂŸte komplexe Fundgrube der NaturschĂ€tze in Lettland und das Ă€lteste komplexe naturwissenschaftliche Museum im Baltikum. Wir erfahren hier Interessantes von Tieren, Mineralien bis zu Vulkanen und Himmelsforschung. Dann verlassen wir Riga und fahren nach ca. 50 km in Richtung NW, nach Sigulda. Siguldas Geschichte begann im 11. Jh., als finno-ugrische StĂ€mme - die Ureinwohner Lettlands - Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Sigulda errichteten. In diesem Gebiet wurden livlĂ€ndische Traditionen und Kultur verstĂ€rkt, und noch heute ist sie eine der „typischsten" lettischen StĂ€dte. Die Stadt liegt an dem Fluss Gauja, dessen Ufer von kleinen Höhlen und Grotten gesĂ€umt wird, die in den bis zu 85 Meter hohen FelswĂ€nden aus rotem Sandstein zu finden sind. Die bekanntesten Höhlen sind die Teufelshöhle und die Gutmannshöhle. Bei einer Wanderung entlang des Flusses treffen wir auf prachtvolle Erosionsformen des Sandsteins, Gesteine, Felsen und Höhlen. Es geht in unser Hotel in Sigulda fĂŒr Abendessen und Übernachtung.

Riga: Ältestes profanes Haus
Riga: Im Jugendstilviertel
Riga: Im Jugendstilviertel
Riga: Rathaus und Große Gilde
Riga Im Jugendstilviertel
Riga Im Jugendstilviertel

7. TAG Fr., 14. April 2017 PÄRNU, PALDISKI & KEILA-JOA

ZunĂ€chst fahren wir ca. 200 km nach Norden entlang des Rigaischen Meerbusens nach PĂ€rnu fĂŒr eine kleine StadtfĂŒh-rung. Die estnische Hafenstadt aus dem 13. Jh. hat heute ca. 40.000 Einwohner und ist ein wichtiges Seebad. Seit 1993 gibt es hier sogar einen deutschen Soldatenfriedhof mit 960 Gefallenen beider Weltkriege. Bei einem Spaziergang am Strand haben wir die Möglichkeit, die wunderschöne Aussicht auf die Ostsee zu genießen. Paldiski ist eine Hafenstadt im Nordwesten Estlands im Landkreis Harju. Wir besuchen dort das Baltische Glint, eine Kalksteinwand, die sich vom schwedischen Öland bis nach Estland durch ganz Nordestland zieht und an der NordkĂŒste am Finnischen Meerbusen eine Steilwand bildet. 250 km KĂŒste in Estland sind fĂŒr ihre Kalkformationen und WasserfĂ€lle schĂŒtzenswert. Auf einem Naturpfad am Flussbett entlang gelangen wir zu dem Wasserfall Keila-Joa im Fluss Keila. Er ist 6 Meter hoch und einige Dutzend Meter breit, so dass er hinsichtlich seiner MĂ€chtigkeit nur von den WasserfĂ€llen Narva und JĂ€gala ĂŒbertroffen wird. GrĂŒnliche Kalkablagerungen sind im Gestein zu erkennen, brĂ€unlich dagegen schimmern Schieferablagerungen am Wasserfall.

Wir erreichen unser Hotel in Tallinn fĂŒr Abendessen und Übernachtung.

Baltischer Glint
Kaila-Joa
PĂ€rnu: Strandspaziergang
PĂ€rnu: HauptgeschĂ€ftsstraße
PÀrnu: GeschÀftsviertel
PĂ€rnu: Orthodoxe Kirche

8 . TAG So., 15 April 2017 TALLINN & HEIMREISE

Bei einer StadtfĂŒhrung erkunden wir heute die bezaubernde, mittelalterliche Stadt Tallinn, die alte Hansestadt Reval. Reval hatte eine SchlĂŒsselstellung fĂŒr den Handel des Westens mit dem Russischen Reich und weiter Richtung Osten inne. Wir erkunden die Altstadt. Unser Weg fĂŒhrt uns nun zum Domberg, dem Wahrzeichen der Stadt. Auf dem Kalkberg liegt die Burg Tallinn. Von der mittelalterlichen Burg auf dem Domberg sind nur noch die nördliche und westliche Mauer sowie drei TĂŒrme erhalten, darunter der Lange Hermann (estn. Pikk Hermann), gebaut im 14. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurde er noch einmal um 10 m auf 50 m erhöht. Im Mittelalter wurde er unter anderem als GefĂ€ngnis genutzt. Nach der Loslösung vom Zarenreich im Jahr 1918 wurde am Turm erstmals die blau-schwarz-weiße Fahne gehisst, die 1940 im Zuge der sowjetischen Okkupation durch eine rote ersetzt wurde. 1989 wurde die estnische Flagge dort wieder aufgezogen, und das geschieht heute tĂ€glich bei Sonnenaufgang; geht die Sonne unter, wird sie wieder eingeholt. Daneben befindet sich das reprĂ€sentative Schloss, dessen wesentliche Umbauten im 18. Jahrhundert von der russischen Zarin Katharina II. veranlasst wurden. Heute ist es Sitz von Parlament und Regierung. Auf dem Domberg befindet sich auch unser nĂ€chstes Ziel, die Newsky-Kathedrale. Im Jahr 1900 wurde die reichlich dekorierte christlich orthodoxe Kirche fertiggestellt. In den TĂŒrmen der Kirche befindet sich Tallinns mĂ€chtigstes Kirchenglocken-Ensemble. Insgesamt besteht es aus 1 1 Glocken, die schwerste darunter wiegt 15 t. Weiter geht es zum Tallinner Dom. Er wird auch unter dem Namen „Kirche zur Jungfrau Maria" gefĂŒhrt und im Jahre 1233 erstmals urkundlich erwĂ€hnt. UrsprĂŒnglich war es eine römischkatholische Kathedrale, doch heute ist es die Bi-schofskirche des Erzbischofs der Estnisch-Evangelisch-Lutherischen Kirche. Die Domkirche liegt am Kirchplatz, an dem sich acht historische Straßen kreuzen, sie ist der Heiligen Jungfrau Maria gewidmet. Mit dem Bau wurde im 13. Jahrhundert begonnen, sie ist somit eine der Ă€ltesten Kirchen der Stadt. SpĂ€ter im 14. Jahrhundert wurde sie nach dem Vorbild der gotlĂ€ndischen Kirchen in eine dreischiffige Basilika im gotischen Stil umgebaut. Die Tallinner Gotik ist die sogenannte Kalksteingotik. Im Brand 1684 trug die Kirche schwere SchĂ€den davon. Der Großteil der Einrichtung wurde vernichtet. Das neue Interieur ist barock. 107 Wappenepitaphe estlĂ€ndischer Adliger sind erhalten, ebenso viele GrabdenkmĂ€ler bekannter Persönlichkeiten wie Pontus De la Gardie, der HeerfĂŒhrer der Schweden im LivlĂ€ndischen Krieg, Adam Johann von Krusenstern, der bekannte Admiral, Weltumsegler und Entdecker, Samuel Greigh, der schottische Admiral, der fĂŒr Katharina II. viele Siege errang, und andere mehr. Es gibt zwei Familienlogen aus dem 18. Jahrhundert, eine der Familie von Patkul und eine der Familie von Manteuffel. Die russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale (estn. Aleksander Nevski katedraal) mit ihren weithin sichtbaren ZwiebeltĂŒrmen wurde 1894–1900 als Sinnbild der Russifizierung Estlands erbaut. Daher konnte sich die estnische Bevölkerung lĂ€ngere Zeit kaum ĂŒber dieses dominante „fremde“ Bauwerk freuen. Inzwischen ist sie ein weiterer touristischer Anziehungspunkt in der Altstadt. Unser nĂ€chstes Ziel ist das Tallinner Rathaus, ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Es bildet zusammen mit den umge-benden prachtvollen GebĂ€uden das Zentrum der Altstadt und wurde zum UNESCO-Kulturerbe erklĂ€rt.

Dann heißt es Abschied nehmen. Unsere Reise endet mit dem Transfer zum Flughafen in Tallinn und dem RĂŒckflug nach Frankfurt.

Tallinn: Altstadt
Tallinn: Rathaus
Tallinn: Orthodoxe Kirche
Tallinn: Jugendstilhaus
Tallinn: Hafen mit FĂ€hren
Tallinn: Marktplatz vorm Rathaus